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Weihnachtsspecial Teil 1: Achtsam im Advent

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Mit ihren schlichten Zeilen ist es der Dichterin Inka Kunath gelungen, mich zu bewegen und aufzurütteln. Lass die Worte dieses schönen Weihnachtsgedichts einmal auf dich wirken. Regen sich dabei Gedanken oder Fragen in dir? Oder haben sie nur einen angenehmen Klang?

Das Jahr Null (I. Kunath)
Der heilige Abend nahet nun wieder,
erleuchtet singen wir frohe Lieder,
wir reden von Liebe und Seligkeit,
wir schmücken den Baum zur Weihnachtszeit.
Doch all überall seh’ ich Menschen stehen,
die achtlos am Christbaum vorübergehen.
Sie hören es kaum, sie glauben es nicht,
was der Engel der Weihnacht zu ihnen spricht.
Doch lauscht man ihm still, dann wird offenbar,
was am heiligen Abend im Jahr Null geschah.

Das Jahr 2015

Im Gedicht ist die Rede vom Jahr Null. Dem Jahr, in dem unsere heutige Zeitrechnung begann; das Jahr Christi Geburt. Heute, circa 2015 Jahre danach, ist es wieder sehr im Trend, still zu werden, die bewusste Wahrnehmung zu schulen. Achtsamkeit ist in aller Munde und lässt sich mit Seminarangeboten und Ratgebern prima vermarkten. Dies liegt sicherlich daran, dass wir es verlernt haben, den Signalen unseres Körpers und unserer Seele Beachtung zu schenken. Einerseits sind wir in unserer modernen Gesellschaft extrem auf Individualität, persönlichen Erfolg oder materielle Reichtümer getrimmt. Es wird sehr viel von uns gefordert – im beruflichen aber auch im privaten Umfeld. Wissen wird fast täglich erneuert, mehr denn je global gedacht. Wir befinden uns in einer Art Rauschzustand. Übersättigt und hungrig zugleich. Und andererseits stellen viele von uns fest, dass all dies nicht alles gewesen sein kann; dass es uns nicht anhaltend glücklich macht.

Achtsamkeit und Sinnsuche

Doch was in den Zeilen von I. Kunath anklingt, ist nicht diese Art der Achtsamkeit, die alle Hektik und allen Stress vertreibt. Es ist vielmehr der Wunsch, trotz aller Geschäftigkeit dem Weihnachtswunder Beachtung und Glauben zu schenken.
Ich denke, dies spiegelt das Bedürfnis vieler Menschen tatsächlich wider. Wir sind heutzutage nach Konsumgesichtspunkten derart übersättigt, dass sich eine andere Art von Hunger in uns bemerkbar macht: Das Bedürfnis nach Tiefe, Wahrheit und Sinn. Ich behaupte mal, in jedem von uns steckt irgendwo der Wunsch zu begreifen, woher wir kommen, warum wir sind und wohin wir gehen. In meinen Coachings und in vielen anderen Begegnungen ist mir das immer wieder aufgefallen. Wir wollen das große Ganze verstehen. Wir meinen zunächst, alles mit Hilfe moderner Errungenschaften erklären zu können und müssen uns mit jeder weiteren Erkenntnis in Wissenschaft und Forschung jedoch – wie Sokrates – eingestehen: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.

Advent (lat. ‚adventus‘) bedeutet „Freudige Erwartung“

Was erwartest du 2015 von der Advents- und Weihnachtszeit? Ich wünsche dir, dass du in diesem Jahr Antworten auf diese Kernfragen deines Daseins findest. Vielleicht verweilst du „achtsam“ vor einem Weihnachtsbaum, lauschst ein Weilchen einem Weihnachtssong, genießt den Duft von Plätzchen und Glühwein und lässt dich beschenken.

Sei mutig, sei echt, sei einzigartig!
Deine Beate

#Wissen-was-mir-wichtig-ist. DER BLOG FÜR KLARHEIT, ORIENTIERUNG UND PERSÖNLICHKEIT.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das Gedicht basiert auf einem gravierenden Fehler. Als Historiker möchte ich gerne darüber informieren, dass es das Jahr NULL nicht gibt in unserer Zeitrechnung. Nach dem Jahr 1 vor Chr. folgt das Jahr 1 nach Chr.

    Deshalb kann im Jahr NULL am Heiligen Abend auch rein gar nichts passiert sein.

    Antworten

    • Hallo Harald, hab vielen Dank für deinen Hinweis! Absolut korrekt. Das ist mir und übrigens auch der Dichterin (s. hier: http://www.phantasieraum.de/forum/gedichte-besonderen-anlaessen/10804-jahr-null.html) zwar bewusst, fällt aber vermutlich unter die sogenannte künstlerische Freiheit. Ungeachtet dessen ist es aus meiner Sicht ein sehr schönes Gedicht. Zuviel Erklärung drum herum birgt manchmal die Gefahr, von der eigentlichen Botschaft abzulenken. Das kunstvoll Gesagte wollte ich daher lieber einfach so stehen lassen. Ich freu mich, dass du hier mitliest und wünsche dir schöne Feiertage! Beste Grüße, Beate

      Antworten

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